Verpackung und Versand
von
onlineshop-basics

Versandkosten kalkulieren

Versandkosten richtig kalkulieren

Die Versandkosten sind sowohl für Sie als Händler als auch für Ihre Kunden eine ganz wichtige und sensible Stellschraube. Sie als Versandhändler wollen so wenig wie möglich zusätzliche Versand- und Verpackungskosten zahlen, da diese Ihren Gewinn schmälert. Der Kunde möchte geringe Versandkosten, eine saubere Verpackung, die die Ware vor Schäden bewahrt und eine schnelle Versandzeit. Zu hohe Versandkosten sind ein Kaufhemmer, welche sich letztendlich merklich auf den Umsatz auswirken können. Zu niedrige Versandkosten können den Umsatz mitunter erhöhen, den Gewinn aber schmälern. Der richtigen Kalkulation der Versandkosten sollten Sie dementsprechend einen hohen Stellenwert einräumen.

Wie setzen sich die Versandkosten zusammen?

Auf den ersten Blick denkt man bei Versandkosten lediglich an das Entgelt, das den Paketdienstleistern wie Hermes oder DHL gezahlt wird. Das zu den Versandkosten allerdings noch deutlich mehr gehört als nur die reine Versanddienstleistung, wird den meisten Online-Shop-Betreibern bereits nach kurzer Zeit klar. Dieses Mehr bezieht sich hier konkret auf die Verpackungskosten. Hier zählen vor allem:

  • Kosten für Kartonage oder Päckchen
  • Füllmaterial
  • Paketaufkleber
  • Druck- und Materialkosten für Rechnungen
  • Paketklebeband

In der folgenden Abbildung können Sie beispielhaft die Zusammensetzung der tatsächlichen Versandkostenpreise betrachten. Bitte beachten Sie, dass hier nur zwei mögliche Konstellationen vorgenommen werden, da die Versandpreise der Paketdienstleister individuell unterschiedlich sein können und die Beschaffungspreise für das Verpackungsmaterial sich je nach Händler und Bestellmenge deutlich unterscheiden können.



Grundsätzlich lässt sich erkennen, dass die Größe der Kartons einen gewichtigen Stellenwert einnimmt. Je größer der Karton, umso höher sind die Kosten, die für den gesamten Versandprozess aufgebracht werden müssen. Daher macht es Sinn, den Verbrauch an Verpackungsmaterialien zu optimieren und im Zweifel eher mehr Kartons zur Auswahl zu haben, als zu wenig. Einige Online-Versandhändler begehen den Fehler zu große Kartons zu versenden, die wiederum mehr Füllmaterial benötigen.

Durchschnittliche Versandkosten anderer Online-Händler

Bevor Sie Ihre Versandkosten optimieren bzw. festlegen, bringt eine Konkurrenzanalyse einen Aufschluss darüber, in welchem Bereich Sie sich bewegen können. Es macht mitunter keinen Sinn unbedingt der günstigste bei den Versandkosten zu sein, zumindest dann nicht, wenn die tatsächlichen Versandkosten deutlich höher liegen und Sie diese Differenz nicht entsprechend in Ihren Waren einpreisen.

In der folgenden Abbildung möchten wir Ihnen einen Eindruck geben, wie sehr die Versandkosten innerhalb einer Branche sowie unterschiedlicher Branchen schwanken.



Versandkostenpauschale oder Versandkosten staffeln?

Die Art Ihrer Produkte sowie die Verkaufsmenge pro Bestellung entscheiden über die Höhe der Versandkosten. Große und schwere Produkte (z.B. Monitore) sind logischerweise teurer zu versenden als leichte und eher kleinere Produkte wie z.B. Wolle. Einige Online-Händler gehen dazu über, die Versandkosten zu staffeln. Das heißt, die tatsächlichen Versandkosten orientieren sich zum Beispiel nach dem tatsächlichen Gewicht der versendeten Waren. Diese Art der Kostenfestlegung gibt zwar eine gewisse Sicherheit, falls an einen Kunden mehrere Pakete versendet werden müssen. Allerdings sind zu hohe Versandkosten wiederum ein Hemmer den Verkauf dann abzuschließen.

Versandkosten einpreisen

Da die Versandkosten eines der Argumente für oder gegen einen Kauf eines Produkts sind, ist zu überlegen, ob ein Teil der tatsächlichen Versandkosten eingepreist werden sollte. Betragen die tatsächlichen Versandkosten eines Produkts z.B. 7,58 EUR (brutto) und Sie entscheiden sich eine Versandkostenpauschale in Höhe von 4,95 EUR (brutto) anzubieten, dann ist es sinnvoll einen Teil der Kosten in den Produktpreise mit zu integrieren. Vor allem Onlineshop-Betreiber, die nur geringe Margen haben, sollten dieses in Betracht ziehen.


Weiterführende Artikel:
Optimierung des Verpackungsprozesses
Paketdienstleister im Vergleich


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Kommentare zum Thema

W. Bergmann | 23.02.2015 11:11

Wie in meinem anderen Kommentar, bekomme ich auch hier wieder eine unzufriedene Antwort. Bei geringen Verkaufspreise, können keine Versandkosten im tatsächlicher Höhe festgesetzt werden. Gerade bei Artikel die aus China kommen, wie z.B. Displayfolien und Co., verstehe ich nicht wie man da mithalten soll. Denn die Portokosten dort sind nur ein Bruchteil von unseren, und die Versandkosten ganz oder teilweise auf den Artikelpreis umzulegen macht auch keinen Sinn. Schade das Eure Tipps und eingeschränkt nutzbar sind.


Stinkstiefel | 31.10.2017 01:30

Guter Artikel,
leider muss man immer wieder feststellen, wie der eine oder andere Händler entweder unter Robin-Hood-Syndrom leiden oder einfach zu dumm sind zu kalkulieren.
Rechnet man sich durch, wie bei einem für 5 € versandkostenfrei angebotenen Artikel noch Gewinn erwirtschaftet werden soll, so sollten doch einige dieser Händler lieber eine Stiftung als ein Gewerbe anmelden...
Exemplarisch einfach mal überschlagen:
5€ Marktplatz-Verkaufspreis = fiktiver Einkaufpreis z.B. 1€ zzgl. anteiliger Warenversand zum Händler + 1€ Märchensteuer + 2,30€ Versand Warensendung + Paypal-Prämie 0,34€ + Karton 0,20€ + Markplatzgebühr 0,3€ ... 0,60 €, zzgl. die Zeit für das Verpacken, Einkaufen, Bilder machen, Angebot einstellen etc etc... Entsorgungsgebühr beim Dualen System... => gezielte Erwirtschaftung von 0,2...0,5€ Verlust für eine halbe Stunde Arbeit.


onlineshop-basics.de | 19.04.2017 05:24

Hallo Ludwig!

Vielen Dank für Ihren Kommentar.

Sie haben natürlich vollkommen Recht, dass die Arbeitszeit ein relevanter Kostenfaktor ist. Allerdings ist es fraglich, ob Sie den Personalkostenaufwand in die Versandkosten für Ihre Kunden einpreisen. In den meisten Fällen werden diese Ausgaben in den normalen Produktpreis einkalkuliert


Ludwig | 28.03.2017 11:35

Komplett vernachlässigt wird hier die Arbeitszeit für die Verpackung!! Wenn nicht gerade am Fließband gearbeitet wird sondern ein paar Pächchen pro Tag anfallen ist die Zeit beträchtlich und variiert zwischen 1/2 Minuten und mitunter 30-60min bei aufwändigen, schweren und zerbrechlichen Gegenständen!



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